Budget für Arbeit

Menschen mit Behinderungen, die sonst in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) arbeiten würden, können mit dem „Budget für Arbeit“ finanzielle Hilfen für einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz bekommen.
Das Land Niedersachsen hatte schon 2008 entschieden, dass der Mensch mit Behinderung die Kosten, die sein ggf. vorhandener bisheriger Platz in der Werkstatt für behinderte Menschen verursacht hat, als Zuschuss in ein reguläres Arbeitsverhältnis „mitnehmen“ kann. Diese Unterstützung, das „Budget für Arbeit“, ist, wie die Werkstattleistung, zwar alle zwei Jahre zu verlängern, kann bei Bedarf aber beliebig oft verlängert werden.

Diesem Modell liegt der einfache Gedanke zugrunde, dass der Mensch mit Behinderung entscheidet, wo er seine Hilfe bekommt. Dabei ermöglicht das „Budget für Arbeit“ nicht nur eine finanzielle Unterstützung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern es kann auch dafür eingesetzt werden, dass der Mensch mit Behinderung ggf. notwendige Assistenz am Arbeitsplatz mit einem Teilbetrag des Budgets einkauft und mit dem verbleibenden Restbetrag sein Einkommen beim Arbeitgeber bezuschusst.

Das Budget umfasst einen Lohnkostenzuschuss an Arbeitgeber zum Ausgleich der Leistungsminderung des Beschäftigten bis zur Höhe von 75 Prozent des regelmäßig gezahlten Arbeitsentgeltes und die Aufwendungen für die wegen der Behinderung erforderliche Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz. Voraussetzung ist ein Arbeitsvertrag.

In Niedersachsen wurde das neue Recht weiterentwickelt. So können beispielsweise in Ausnahmefällen auch die Fahrtkosten teilweise übernommen werden. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die die Beschäftigungsquote bereits erfüllen, werden zusätzlich belohnt. Sie können zwei Jahre lang zusätzlich einen monatlichen Zuschuss von 250 € erhalten.

Weitere Informationen zum Budget (altes Recht) und Beispiele finden Sie in unserer Mutmacherbroschüre.