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Presseinformation vom 04.12.2001
Finke: Integration Schwerbehinderter in den allgemeinen Arbeitsmarkt bleibt Schwerpunktaufgabe - 3000 Schwerbehinderte suchten sich selbst einen Arbeitsplatz
HANNOVER. In Niedersachsen haben sich nach Angaben des Landesarbeitsamtes 3.000 schwerbehin-derte Menschen selbst einen Arbeitsplatz besorgt. Darüber hinaus haben sich 500 Schwerbehinderte eine selbstständige Existenz aufgebaut. "Einen besseren Beweis dafür, dass schwerbehinderte Men-schen nicht nur arbeiten können, sondern dies auch wollen, kann es wohl nicht geben", erklärte der Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen, Karl Finke, auf einer Fachtagung in Hannover, die sich mit dem Stand der Akzeptanz-, Qualifizierungs- und Beschäftigungsoffensive des Behinder-tenbeauftragten beschäftigte. Dabei diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfegruppen und Behindertenverbänden sowie Schwerbehindertenvertretungen aus verschiedenen niedersächsischen Betrieben mit den Referentinnen und Referenten der Arbeitsverwaltung, Sozialversicherung und der Unternehmerverbände. Das Einführungsreferat hielt Angela Rauch vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit.
In sein Begrüßung betonte der Behindertenbeauftragte, dass in Niedersachsen im Rahmen der Kam-pagne "50.000 neue Arbeitsplätze für Schwerbehinderte" 4.103 schwerbehinderte Menschen zusätzlich in Arbeit vermittelt werden müssten. Der zuständige Abteilungsleiter des Landesarbeitsamtes Niedersachsen-Bremen, Dr. Gerd Andres, erklärte dazu, dass Niedersachsen genau in der Zielvorgabe liege, die Arbeitslosigkeit um 25 Prozent zu senken und dieses Ziel - weitere Anstrengungen vor-ausgesetzt - auch bis zum Herbst nächsten Jahres erreichen werde. Dr. Andres machte deutlich, dass Behinderte hoch motivierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, interessante Bewerberinnen und Bewerber und keineswegs immer leistungsbehindert seien. Hier müsse bei Arbeitgebern, aber auch in der Gesellschaft noch manches Vorurteil ausgeräumt werden.
Uwe Kolakowski von der Landesversicherungsanstalt Hannover, widersprach der häufig geäußerten Vermutung, zum Abbau der Arbeitslosigkeit würden Schwerbehinderte vermehrt in die Rente "abgeschoben". Diese Tendenz lasse sich anhand der statistischen Zahlen nicht belegen.
Für die Unternehmensverbände Niedersachsen unterstrich Hans-Joachim Blömeke, dass es gemein-sames Ziel sei, den Beschäftigungsstand schwerbehinderter Menschen in Niedersachsen real zu steigern. Dabei, so Blömeke, sei der besondere Kündigungsschutz für Schwerbehinderte kein Einstellungshemmnis mehr. Den behinderungsbedingten Zusatzurlaub stellte er allerdings in Frage.
Hansjürgen Klose vom Sozialverband VdK wies darauf hin, dass das Integrationsamt (ehemalige Hauptfürsorgestelle) beschlossen habe, die behindertengerechte Ausstattung von Arbeitsplätzen nicht mehr zu 100 Prozent aus Mitteln der Ausgleichsabgabe zu finanzieren. Der Behindertenbeauftragte sagte zu, diesen Sachverhalt mit dem Integrationsamt zu klären.
Finke kündigte an, dass für die nächsten zwei Jahre eine Kampagne geplant sei, mit der positive Bei-spiele geglückter beruflicher Integration medienwirksam vorstellt werden sollen. Das Ziel der beruflichen Integration Schwerbehinderter müsse auch über den im SGB IX vorgesehenen Stichtag Oktober 2002 hinaus ganz oben auf der politischen Tagesordnung bleiben, erklärte der Behindertenbeauftragte.
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