Logo des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen

Sie sind hier:

Startseite > PI: Behindertenbeauftragter > IV.Quartal 2001 >PI vom 30.11.2001

Presseinformationen

Presseinformation vom 30.11.2001

Finke: Neue Euro-Münzen für Behinderte nicht nutzerfreundlich

Hannover. Der Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen, Karl Finke, hat anlässlich des UN-Welttages der Behinderten (3.12.) Kritik an der neuen Euro-Währung geübt. Ein erster Test der neuen Euro-Münzen sei enttäuschend ausgefallen. "Die neuen Münzen tragen mehr zur Verwirrung als zu einer nutzerfreundlichen Handhabung bei. Die behinderten Menschen hatten rechtzeitig gefordert, die Münzen je nach ihrem Wert durch unterschiedliches Gewicht sowie durch glatte oder geriffelte Kanten insbesondere für blinde Menschen gut unterscheidbar zu machen. Ausschließlich glatte oder geriffelte Kanten als Unterscheidungsmerkmal reichen nicht aus", sagte Finke. Die Umstellung auf den Euro sei nicht nur für behinderte Menschen mit Ängsten und einer neuen Eingewöhnungsphase verbunden. Die Handhabung werde auch dadurch erschwert, dass durch die länderbezogene Prägung der Rückseiten nach und nach 96 verschiedene Euro-Münzen im Umlauf kommen werden. "Der neue Euro muss in erster Linie der einfachen Handhabung der Bürger dienen und nicht der Stapelbar-keit in Automaten. Deshalb werde ich mich auf der Ebene der europäischen Behindertenver-tretungen dafür einsetzen, dass die Euro-Geldscheine künftig in kontrastreichem Druck mit besonderen Markierungen für blinde Menschen versehen und in nach Wertigkeit aufsteigen-der Größe gedruckt werden. Münzen könnten durch ein Loch - wie bei anderen europäischen Währungen bisher üblich - optisch und taktil gekennzeichnet werden", betonte Finke. Ein Jahr vor dem von der Europäischen Union proklamierten Jahr der Behinderten könne damit ein positives Signal gesetzt werden.