Presseinformationen
Presseinformation vom 15.02.2006
Bildungssystem auf dem Prüfstand der UN-Menschenrechtskommission
Behindertenbeauftragter fordert Fahrplan zur Förderung der Chancengleichheit rechtzeitig zum Europäischen Jahr der Chancengleichheit 2007
HANNOVER. Vor dem Hintergrund des weltweiten Pisa-Tests lässt die UN-Menschenrechtskommission jetzt durch einen Sonderberichterstatter das deutsche Bildungssystem untersuchen. Ermittelt werden soll, wie in Deutschland das Recht auf Bildung umgesetzt ist. Dabei soll unter anderem auch auf die Situation von Menschen mit Behinderungen eingegangen werden. Der Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen Karl Finke unterstützt diese Aktion ausdrücklich, besonders im Hinblick auf das Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle 2007. Dieses soll das Herzstück einer Rahmenstrategie sein, die mit einem konkreten Konzept zur Förderung der Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung beiträgt. Das EU-Jahr 2007 soll helfen, die Beteiligungschancen von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. "Erfolgreiches Lernen hängt besonders für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen von guten Rahmenbedingungen ab" , so Finke. "Jedes Land muss seinen Weg dazu finden. Chancengleichheit darf für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen kein Fremdwort bleiben. Gemeinsame Beschulung behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher ist der erste Schritt zur Teilhabe und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen" , betont Finke und weist darauf hin, dass die inzwischen in allen Landesteilen in Niedersachsen verankerten vielfältigen positiven Ansätze des gemeinsamen Unterrichts unbedingt fortgesetzt werden müssen. "In einer nicht ausgesonderten Schule lernen die Kinder: Es ist normal, verschieden zu sein. Regelschulen mit integrativer Orientierung sind das beste Mittel, um diskriminierende Haltungen zu bekämpfen, um Gemeinschaften zu schaffen, die alle willkommen heißen, um eine integrierende Gesellschaft aufzubauen und um Bildung für alle zu erreichen. Die integrative Erziehung eröffnet behinderten wie nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen gerade durch die offene Unterrichtsform gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen und fördert so das gegenseitige Verständnis. Die Kinder und Jugendlichen lernen, das Menschen unterschiedlich sind und das auch sein dürfen" , erklärt Finke. "Pisa habe der Welt wieder einmal gezeigt, dass gerade Länder wie Finnland mit integrativen Schulen ganz vorne liegen würden" , so Finke.
Kontakt: Karl Finke (0511) 120-4007


